Arn + Partner AG Architekten ETH HTL SIA, Münchenbuchsee      

Der Eisberg


3422 Kirchberg
Neubau Sporthalle


Bauherrschaft
Einwohnergemeinde Kirchberg 

Projektdaten
Volumen SIA 116:

25'600 m3

Geschossfläche SIA 416:

3'400 m2

Gebäudekosten BKP 2:7'500'000 SFr
Kubikmeterpreis (BKP 2/V SIA 116):

320 SFr

Fertigstellung:

2006

 
 













 

Konzeption


Die Sporthalle ist ein Eisberg. Nur der oberste Teil ragt über das Terrain - das meiste bleibt darunter verborgen. Das Eis funkelt im Sonnenlicht. Auf den glatten Flächen spiegelt sich die Umgebung. Das Eis ist teilweise so klar, dass der Blick tief ins Innere oder durch den Eisberg hindurch dringt. In der Nacht kann man im Eis ein geheimnisvolles Leuchten beobachten.

Die leichte, transparente, kubisch geschnittene Konstruktion der Sporthalle kontrastiert mit dem massiven, schweren, unregelmässig geformten Baukörper des Saalbaus, der der Sporthalle gegenüber steht. Dort der Fels in der Brandung, hier der Eisberg. Die beiden Gebäude sind wichtig im öffentlichen Leben von Kirchberg. Sie stehen, trotz der unterschiedlichen Gestaltung, in starker Beziehung zueinander. Die Haupt-/Eingangsfassaden sind einander zugewendet. Die Gebäude ergänzen sich im Nutzungsangebot.

Die Halle ist 6.5 m in das Erdreich abgesenkt, d.h. 2/3 des Volumens sind unterirdisch angeordnet. Die Absenkung vermindert im Winter die Auskühlung und im Sommer die Überhitzung. Der aus dem Terrain ragende Gebäudeteil ist umlaufend verglast. Je nach Anforderung ist das Glas klar oder mit einer Mattfolie ausgerüstet. Die Glasfassaden ermöglichen eine optimale Nutzung des Tageslichts und schaffen damit ein angenehmes Raumklima. Die Fassadenbereiche mit transparentem Glas sind in das Gebäudevolumen eingezogen (geschützte Aussenbereiche, Sonnenschutz).

Die Garderoben sind kompakt 3-geschossig angeordnet. Die Orientierung ist einfach. Jeder Garderobenbereich hat über eine Galerie eine Beziehung zur Halle. Die Installationswege sind kurz.

Das Foyer und der ZuschauerInnenbereich liegen im 1. Untergeschoss. Wer sich hier aufhält, wird auf das Geschehen in der Halle fokussiert. Es entsteht eine Arena-Situation.

Die eingesetzten Materialien werden weitgehend unbehandelt gezeigt (Sichtbeton, Glas, Holz). Der blaue Hallenboden und der silberne Garderobenblock setzen die Akzente.


 

Konstruktion


Gebäudeteile unter Terrain in Stahlbeton.

Tragkonstruktion in Holz. Hohlkastenträger mit unterem Zuggurt in Kerto. Die Zuggurte definieren die Deckenebene. Lüftungsrohre und die Beleuchtung sind zwischen den Trägern eingebaut.
Die Faltwände verschwinden in hochgezogenem Zustand in speziell ausgebildeten Trägern.
Minimale Stützenquerschnitte in Holz. Windverbände in Stahl optisch in die Stützenquerschnitte integriert.
Die Faltwände verschwinden in hochgezogenem Zustand in speziell ausgebildeten Trägern.

Verglasungen mit grossformatigen Gläsern. Konstruktion rahmenlos oder Pfosten-Riegel-System.
Maximales Glasformat: 4.0 x 1.7 m.

Die Sporthalle erfüllt den Minergiestandard.
Die Lüftungsanlage kann auf die verschiedenen Belegungsdichten (Schul-/Vereinssport, Anlässe mit wenigen oder sehr vielen ZuschauerInnen) eingestellt werden.
Die Wärmeerzeugung erfolgt über eine Grundwasserwärmepumpe und Sonnenkollektoren.

Feste Tribünenplätze für 260 Personen, Ausziehtribüne mit 340 Plätzen, weitere 400 Plätze in den Foyers und auf den Galerien.